Mehr Mineralwasser auf die Karte, bitte!

Eine gut sortierte Getränkekarte vermittelt einem Gast viel über die Güte des Restaurants und die Kompetenz seiner Betreiber. Ihr Imagewert ist erheblich. Mit einer Erweiterung der darin zu findenden Mineralwasserauswahl kann dieser noch erheblich gesteigert werden!

Mineralwasser in der Getränkekarte. Foto: 80 GRAD

Mineralwasser in der Getränkekarte. Foto: 80 GRAD

Große Auswahl, große Wertschätzung

Im Zeichen gesunder Ernährung und verantwortungsvoller Getränkeauswahl hat sich Mineralwasser zu einem für die Gastronomie enorm wichtigen Produkt entwickelt. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 150 Litern ist Mineralwasser Deutschlands Durstlöscher schlechthin und wird gerne als alkoholfreie Alternative zu anderen Getränken bestellt. Wenig kompetent klingt dann die übliche Nachfrage der Kellnerin oder des Kellners: „Mit oder ohne Kohlensäure?“ Dabei wäre der Hinweis auf die Wasserauswahl der Karte mit ihren lokalen, überregionalen und geschmacklich unterscheidenden Wässern ein echter Gewinn und ein Hinweis darauf, dass man in diesem Lokal keinesfalls „nur“ ein Wasser bestellt. Es weist Einiges darauf hin, dass ein gewisser Genusswandel stattgefunden hat und immer mehr Menschen sich von dem Gedanken verabschieden, ein Gericht unbedingt von einem alkoholischen Getränk begleiten zu lassen. Auch in seiner Solorolle gilt Mineralwasser längst nicht mehr als Erfrischungsgetränk „ohne Geschmack“. Darauf können Gastronomen ganz einfach reagieren.

Auswahl als Zeichen der Wertschätzung

Das Geschmacksspektrum deutscher Mineralwasserquellen ist viel zu breit, um im Kartenbereich der alkoholfreien Getränke Langeweile aufkommen zu lassen. Wer keinen Alkohol mag oder noch mit dem Auto fahren möchte, wem Cola und Limo zu süß sind, spürt die ihm entgegengebrachte Wertschätzung, die eine größere und vor allem bessere Auswahl bietet. Und da glücklicherweise die Geschmäcker so verschieden sind, beweist ein engagierter Gastronom besonders dann Kompetenz und Kundenorientierung, wenn er seinem individuellen Gast eine ebenso individuelle Empfehlung zum passenden Wasser aussprechen kann.

Ein gutes Vorbild für die Mineralwasserkarte

Was dem Wein recht ist, sollte dem Mineralwasser billig sein. Nehmen wir die Weinkarte also als Vorbild: Sie sollte immer einen repräsentativen Überblick über Weinsorten unterschiedlichster Geschmacksrichtungen und Anbaugebiete bieten. Für jeden etwas eben. Wenn die Weinliebhaberin oder der Weinliebhaber dann auch noch die eine oder andere Spezialität entdecken darf, kann die Weinkarte als gelungen bezeichnet werden. Das sind Aspekte, die auch eine interessante Mineralwasserauswahl erfüllen kann. Ob das Wasser als alleiniges Getränk oder als Begleiter gewählt wird, die Mineralwasserkarte wird dem Lokal stets zu weiteren Pluspunkten verhelfen. Es gehört auch in Deutschland inzwischen zum guten Ton, zum Wein auch ein Mineralwasser zu bestellen. Schließlich ist es der ideale Begleiter zum Wein. Es ist der beste Durstlöscher und reguliert den vom Alkohol beeinträchtigten Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Mineralwasser neutralisiert die Eindrücke, die ein würziges Essen und eben auch der Wein auf den Geschmacksknospen hinterlassen haben. So kann ein gut passendes Wasser den Charakter des Weins sogar unterstützen, seinen Geschmack intensiver erlebbar machen. Nicht jedes Mineralwasser korrespondiert in gleicher Weise mit jedem Wein. Der Mineralstoffmix und das feingliedrige Spiel der Süße-Säure- Aromen zeigen sehr schnell, ob die beiden miteinander harmonieren. Als logische Konsequenz der nationalen und internationalen Weinvielfalt ist naheliegend, dass das Angebot lediglich eines Mineralwassers – in einer stillen und einer kohlensäurehaltigen Ausprägung – keinesfalls ausreichen kann. Wäre da nicht eine dem jeweiligen Wein gemäße Wasserempfehlung eine echte Innovation, quasi eine Weinkarte 2.0?

Auch das Auge trinkt mit

Ein ansprechendes Flaschendesign, das dem hohen Qualitätsanspruch seines Inhalts gerecht wird, steigert den Genusswert. Daher haben sich viele Anbieter inzwischen mit speziell designten Flaschen und Gläsern den Ansprüchen einer gehobenen Gastronomie angepasst. Mineralwasser ist längst zum Imageträger geworden, die wohlgestaltete Flasche und das möglichst fein geschliffene Glas zur Dekoration einer gepflegten Tafel. Auch sind es oft nur ganz kleine und eher unbewusst wahrgenommene Elemente, die den Aufenthalt in einem Restaurant angenehm edel gestalten. Wenn beispielsweise die servierte Flasche – wie es beim Mineralwasser aufgrund des Qualitätsversprechens der Mineralwasserquellen obligatorisch ist – erst am Tisch geöffnet wird, erlebt der Gast ein kleines aber außerordentlich wertvolles Ritual, das ein Gefühl von Luxus und Erlesenheit vermittelt.

Nicht allein zum Wein

Übrigens lässt sich nicht nur Wein gerne von einem guten Mineralwasser begleiten. Auch guter Whisk(e)y lässt sich gemeinsam mit einem Mineralwasser serviert viel intensiver genießen. Und wie inzwischen auch hierzulande hinlänglich bekannt, ist es ein Ausdruck guten Stils, zum Kaffee ein Wasser zu reichen. Dabei sollte es sich natürlich um eines handeln, das die Aroma- und Geschmackswahrnehmung sensibilisiert. Es hat sich herausgestellt, dass dazu ein Mineralwasser mit verhältnismäßig hohem Hydrogencarbonatanteil, mit wenig oder ohne Kohlensäure besonders geeignet ist. Wieder ein Grund, mindestens eine passende Mineralwasseralternative im Angebot zu führen und keinesfalls auf die höchste Qualität deutscher Wässer zu verzichten.

Vielfalt, schnell und einfach

Wer als Gastronom den lange unterschätzten Imagewert der Mineralwasserauswahl entdeckt hat, steigert schnell und einfach die Vielfalt seiner Getränkekarte: Mit drei verschiedenen stillen und kohlensäurehaltigen Mineralwässern, mal regionalen, mal aus überregionalen deutschen Quellen ist ein Anfang gemacht. Einer späteren Erweiterung zu einer separaten Mineralwasserkarte oder gar zu einer Weinkarte 2.0 steht dann selbstredend nichts mehr entgegen. Bundesverband Getränkefachgroßhandel

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